Dienstag, 5. Juli 2011
Willkommen
Dies ist der Blog, in dem ich über meine Reise schreiben werde. Ich führe ihn, um die Menschen, die es wollen, an meiner Reise und meinen Gedanken teil haben zu lassen.
Zur Eröffnung jedoch einen kleinen philosophischen Auswuchs meinerseits, die Abiturrede, in Ausschnitten. Die Thesen sind teilweise noch sehr unausgegoren und es wird nicht alles beachtet, was man in diesem Zusammenhang sagen könnte. Dies liegt an meinem Wunsch, die Rede möglichst kurz zu halten.

Guten Abend,

[... Dank ...]
Nun sind wir angekommen und kurz davor endgültig unser Abitur zu erhalten. Dann sind wir frei, so zumindest scheint es. Wir haben keinerlei Verpflichtungen mehr und es gibt somit nichts mehr, was uns noch hier hält. Wir haben formell die Freiheit, aber können wir auch damit umgehen ?
In seinem Essay "Über die Pflicht zum Ungehorsam gegen den Staat" schreibt Henry David Thoreau: "Wir sollten erst Mensch sein, und danach Untertan. "
So verhält es sich auch mit der Freiheit. Zu allererst sollten wir freie Persönlichkeiten sein, bevor wir die formell gegebene Freiheit voll auskosten können.
Ohne eine persönliche Freiheit nützt mir die vom Staat gegebene recht wenig. Wir können diese oberflächlich nutzen, aber nicht voll auskosten. Umgekehrt verhält es sich auf den ersten Blick genauso. Was nützt mir die formelle Freiheit?
Sie strebt danach. Die persönliche Freiheit drängt nach staatlicher, sodass Sie als Vorreiter dienen kann, sie kann zum Erkämpfer staatlicher Freiräume werden.
Häufig ist schon die staatliche Freiheit gegeben. Dies verblendet viele Menschen und lässt sie im Glauben frei zu sein, ohne jedoch eine freie Persönlichkeit entwickelt zu haben.
Diese persönliche Freiheit bedeutet nicht ein willkürliches und egoistisches Handeln. Frei sein bedeutet selbstverantwortlich nach den eigenen Bedürfnissen zu handeln und diese ständig zu hinterfragen, zu prüfen, ob sie aus dem Inneren herauskommen oder, ob durch modische Einflüsse das Licht des Inneren verzeh[r]rt, gebrochen oder gespalten wird. Genauso wenig bedeutet es Moden streng abzulehnen, denn das ist eine Abhängigkeit von der "Nicht"-Mode und sie unterscheidet sich von der Abhängigkeit von der Mode nur duch die Negation.
Wir sollten und nicht mit der formellen Freiheit Abitur oder den vom Staate gegebenen begnügen, sondern die persönliche Freiheit fördern, entwickeln und über die formelle Stellen.
Dies ist eine schwere Aufgabe und manchmal auch ein hoher Druck. Wenn dieser Druck mal zu hoch [ist,] hilft uns auf unserem Weg zur Freiheit vielleicht Friedrich Nitzsche, welcher einmal schrieb:
"Will man von einem unerträglichen Druck loskommen, so hat man Haschisch nötig."

Adieu meine Freunde





Dies ist der genaue Wortlaut der Rede. Heute würde ich sie vielleicht/wahrscheinlich anders schreiben.


P.S.: Welch absurde Werbung dort links.
P.P.S.:Nietzsche, Also sprach Zarathustra, Ecce Homo, Der Antichrist

... link (4 Kommentare)   ... comment